24. Juni 2014

Gut 5.500 Energieabschaltungen jährlich im Land Bremen sind zu viel: Strom- und Wassersperren verbieten!

Foto: mh

Flyer: Linksfraktion Bremen (Titelfoto:© namosh - Fotolia.com)

Rund 5.500 Haushalte sind jährlich von Wasser- beziehungsweise Stromsperren des jeweiligen Energielieferanten betroffen. Die Gründe sind unterschiedlich. So hat beispielsweise der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses mit 30 BewohnerInnen in Bremen-Aumund die eingegangenen Gelder für das Wasser nicht an
die swb weitergeleitet. Mit der Folge, dass die MieterInnen seit über zwei Monaten nun buch- stäblich auf dem Trockenen sitzen, weil der Wasserversorger die Wasserleitungen getrennt hat. Von den davon 30 betroffenen Menschen, die dort wohnen, sind 14 Kinder, darunter soll sich auch ein 10 Tage altes Baby befinden.

Insgesamt 847 Bremer Haushalten wurde im Jahr 2013 das Wasser abgedreht. Vor einem Jahr waren es noch 689, im Jahr 2011 601 (Quelle: Radio Bremen - buten un binnen). In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurde in 2.351 Haushalten der Strom abgeklemmt und in 400 Haushalten der Wasseranschluss gekappt (Quelle: WK). Eine steigende Tendenz ist somit durchaus erkennbar.

Für die Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft macht der Vorfall in Bremen-Nord einmal mehr deutlich, dass Wassersperren generell verboten werden müssen.

Gestern und heute führten die Abgeordneten daher eine Aktion vor den Jobcentern im Bremer Westen sowie im Norden Bremens durch, um die Zwangslage von Strom- und Wassersperren weiter öffentlich zu machen. Unterstützt würden sie von Mitgliedern des Kreisverbandes Bremen-Nord/West. Symbolisch haben sie vor den beiden Behörden kleine Wasserflaschen und einen Flyer verteilt. In dem Papier informiert die Linksfraktion über Hilfsangebote und Beratungsstellen in der Hansestadt.

Bernd Brejla, Nord/West-Kreissprecher der Bremer LINKEN  berichtet via Facebook über diese Aktion:  „Wasser- und Stromsperren scheinen in Nord ein großes Problem zu sein, sehr viele der Angesprochenen hatten schon Erfahrungen mit dem Thema.“

Für den Bürgerschaftsabgeordneten Peter Erlanson sei es ein Skandal, „dass in so einem reichen Land Menschen das Wasser abgedreht wird. Der Zugang zu Wasser ist ein unveräußerliches Menschenrecht. Der Senat muss endlich handeln und regulierend eingreifen“, fordert er. [mh]