9. Dezember 2016

Ärztliche Versorgung in den Quartieren besser steuern!

Grafik-Quelle: https://pixabay.com/de/erste-hilfe-medizinische-hilfe-1040283/

Die gesundheitlichen Lebenschancen sind in Bremen und Bremerhaven sozial ungleich verteilt. Gleiches gilt auch für die medizinische Versorgung in den Quartieren. Die Armutsberichterstattung des Senats belegt, dass finanzielle Armut auch zu erhöhten gesundheitsbezogenen Risikofaktoren führt. Betroffen sind davon insbesondere auch Kinder und Jugendliche.

In Bremen und Bremerhaven sind viele Arztpraxen nicht, oder nur eingeschränkt auf die multiplen Problemlagen der Patienten und Patientinnen aus den Armutsquartieren eingestellt.

Bei der Versorgung und bei Präventionsangeboten kommt es immer wieder zu sprachlichen und kulturellen Hindernissen, Behandlungsanweisungen werden nicht oder nur eingeschränkt verstanden, Kinder und Jugendliche werden nicht durch ihre Eltern unterstützt oder zu Arztbesuchen begleitet und die Versorgung gestaltet sich um ein Vielfaches schwieriger, als in bessergestellten Stadtteilen. Viele Ärzte ziehen es vor dem Hintergrund dieser Problemlagen vor, ihre Praxen innerhalb der kassenärztlichen Planungsregionen Bremen Stadt und Bremerhaven Stadt zu verlegen.

Immer mehr Praxen wandern aus den Armutsquartieren – wie z.B. dem Bremer Westen - ab oder finden keine Nachfolger. Da Armut für die betroffenen Patienten und Patientinnen auch eingeschränkte Mobilität bedeutet, gestalten sich Arztbesuche in einigen Stadtteilen zunehmend schwierig. Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung hat dieser Entwicklung bisher nicht gegengesteuert.

Vor diesem Hintergrund gilt es dieses Instrument nach dem Berliner Modell zu einer Verbesserung der ambulanten Versorgung in den Stadtgebieten Bremen und Bremerhaven zu nutzen.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den kompletten Antragstext einsehen möchten, die die CDU und LINKE ausgearbeitet haben.

DIE LINKE hat zudem noch einen eigenen Antrag eingebracht, mit dem die Bürgerschaft den Senat unter anderem auffordern soll, im Rahmen des Landesgremiums gemäß § 90a SGB V (Sozialgesetzbuch) auf die Kassenärztliche Vereinigung einzuwirken, die frei werdenden zwei Kassensitze in Bremen-Lüssum vollumfänglich zu erhalten und neu auszuschreiben. Die Plätze müssen verlässlich neu besetzt, Möglichkeiten der Kooperation geprüft und die wohnortnahe, ambulante ärztliche Versorgung im Stadtteil sichergestellt werden.

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